| Flotte Damen am Gewehr |
| Von Sebastian Wenning am 8.06.2009 16:51 Uhr |
| HORSTMAR Wer nach nur 33 Versuchen den Vogel beim Königsschießen runterholt, muss ordentlich Zielwasser getrunken haben. Oder wie im Fall der Burgfrauen Horstmar eine gestandene Sportschützin sein. |

Sie ist die neue Schützenkönigin der Burgfrauen: Margita Klimpel-Döring (r.) setzte einen gezielten Blattschuss ein, um sich gegen ihre ausschließlich weiblichen Mitstreiterinnen durchzusetzen.
| Margita Klimpel-Döring konnte sich mit einem
gezielten Blattschuss gegen ihre Mitstreiterinnen durchsetzen und sich
in die Königsriege ihres Schützenvereins einreihen. Ehrentanz Bevor es mit dem Königinnen-Schießen losging, machten die Frauen den Bewohnern des Altenheims mit einem Ehrentanz eine Freude – und lockerten ganz nebenbei die Beine für die nächste sportliche Herausforderung. Bei Kaffee, Kuchen und natürlich dem ein oder anderen Bierchen traten 20 Schützinnen um 15 Uhr an die Flinte, um den Vogel zum Absturz zu zwingen. Bereits um 16.10 Uhr endete die Regentschaft des alten Königspaars Uta und Franz-Bernhard Ribbers. „Ich bin wahnsinnig überrascht, dass es so schnell ging“, sagte die neue Majestät Margita Klimpel-Döring zu dem recht kurzen Vogelschießen. Lautstarker Jubel Das tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch. Die Burgfrauen ließen ihre neue Königin unter lautem Jubel und dreifachem „Horrido“ hochleben.Nach der anschließenden Proklamation und einer Stärkung in der Gaststätte Terkuhlen ging es zurück zum Vereinshaus der St. Katharinen, wo der Königinnenball stattfand. Robert Wenking sprach die Eröffnungsrede: „Ihr habt der Horstmarer Vereinswelt mehr Farbe gegeben“, sagte der Bürgermeister zum Jubiläum des Schützenvereins. Das gute Verhältnis zu anderen Vereinen wurde durch die Anwesenheit zahlreicher Gastvereine belegt. Nostalgie Bevor richtig gefeiert wurde, konnten die Anwesenden noch in Nostalgie schwelgen: Auf einer großen Fotoleinwand wurden die Anfänge des Vereins im August 1999 gezeigt und die ehemaligen Königinnen geehrt. Danach sorgten die „S(w)inging Connection“ für ordentlich Partystimmung. |
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Eine willkommene Erweiterung
![]() Fahnenträgerin
Petra Sommer, Vorsitzende Mechthild Merschformann, Ehrendame Andrea
Hinsenhofen, Königin Margita Klimpel-Döring, Ehrendame Christin Döring,
Adjudantin Marion Schulenkorf (v.l.) und das Königspaar des Vorjahres
Uta und Franz-Bernhard Ribbers (hinten) stellten sich zum
Erinnerungsfoto auf.
Horstmar - Theoretisch könnte sich Margita Klimpel-Döring jetzt was darauf einbilden, dass sie beim zehnjährigen Bestehen der Burgfrauen - Horstmars erstem und bis dato einzigem Frauenschützenverein - den Vogel von der Stange geholt hat. Aber eben nur theoretisch, denn bei den Burgfrauen sind sie alle eine große Gemeinschaft. Klar, stand die neue Regentin mit ihren Ehrendamen, Tochter Christin und Andrea Hinsenhofen, am Samstag im Mittelpunkt, nachdem sie schon mit dem insgesamt 33. Schuss dem hölzernen Federvieh den Garaus machte. Doch an diesem Tag galt allen Frauen Aufmerksamkeit, schließlich haben sie zehn Jahre lang mitgeholfen, ihren Schützenverein in der Burgmannsstadt zu etablieren. Dieser Punkt war auch Bürgermeister Robert Wenking wichtig zu erwähnen. Im Rahmen der offiziellen Feierstunde im Vereinsheim der Kathrinen sprach er am Samstagabend ein Grußwort. „Ihr habt der Horstmarer Vereinswelt mehr Farbe gegeben“, lobte Wenking die große Präsenz der Burgfrauen in der Bürgerschaft. Sei es durch ihre Feste wie Karneval und Schützenfest oder auch ihrem Sportkurse-Angebot. „Bei euch steht Spaß und Kurzweil im Vordergrund“, fuhr der Bürgermeister fort, womit die Burgfrauen seiner Meinung nach kein Gegengewicht zum männlichen Schützenwesen darstellten, sondern eine willkommene Erweiterung. Wie gut das Verhältnis zu den Schützen ist, zeigte sich an den zahlreichen Gastvereinen, die an der Feierlichkeit zum Zehnjährigen teilnahmen. „Wir sind überwältigt“, rief Mechthild Merschformann ins Mikrofon. Besonders dankte die Erste Vorsitzende der Burgfrauen der Schützengesellschaft Concordia und den Kathrinen, die bei der Vereinsgründung vor zehn Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. „Wir wurden zwar auch oft belächelt, hatten aber immer die Unterstützung von den Männern“, betonte Merschformann. Wer sehen wollte, wie im August 1999 alles angefangen hatte und wie die Burgfrauen im Laufe der Jahre zu dem geworden sind, was sie heute sind, der konnte sich an einer großen Fotowand auf eine Zeitreise begeben. Aber auch auf der Bühne wurde in Erinnerungen geschwelgt. So rief Mechthild Merschformann mit Anne Wenzel, Rita Schuppert, Anne Denkler, Anja Fraune und Stefanie Winter nicht nur die fünf Gründungsmitglieder zu sich auf die Bühne; alle bisherigen Königinnen bekamen als Erinnerung an ihre Regentschaft eine neu angefertigte Anstecknadel überreicht. Neben der amtierenden Königin, Margita Klimpel-Döring, waren das Anja Fraune (Königin beim ersten Schützenfest im Jahr 2000), Marion Schulenkorff (2001), Stefanie Winter (2002), Mechthild Merschformann (2003), Heike Kösters (2004), Sigrid Wolter (2005), Anne Menzel (2006), Christin Döring (2007) und Uta Ribbers (2008). Nach dem offiziellen Teil, bei dem der von Karl Hauk Zumbülte geleitete Chor „S(w)inging Connection“ bejubelte Auftritte feierte, gingen die Burgfrauen mit ihren Gästen in den gemütlichen Teil des Abends über.
VON
ANDRE ELSHOFF
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